Unsere Produktphilosophie

Gentechnik – wir sagen nein!

Was bedeutet der Begriff „Grüne Gentechnik“?

Er bezieht sich auf Produkte, bei denen das Saatgut direkt gentechnisch verändert werden kann. Zurzeit sind das Soja, Mais, Raps und Kartoffeln. In vielen Ländern ist es gang und gebe, gentechnisch verändertes Saatgut zu verwenden. Die Gründe sind schnell erklärt: Den Landwirten werden finanzielle und produktionstechnische Vorteile versprochen. Dar��ber hinaus weist die Industrie diesem Saatgut gesundheitliche Unbedenklichkeit für Mensch und Tier aus.

Selbstverzichtserklärung Thumbnail
Lesen Sie hier die Verzichtserklärung, die von allen unseren Mitgliedern unterzeichnet wurde!

Wirklich unbedenklich?

Die Risikobewertung von gentechnisch veränderten Organismen weist trotz der bescheinigten Unbedenklichkeit erhebliche Schwachstellen auf. In den Bauplan der Natur einzugreifen, nur wegen des kurzfristigen Ertrages, hat in der Vergangenheit bereits oft zu verheerenden Schäden gefährt. Hier einige Beispiele:

  • 1962 verursachte das Medikament Contergan bei weltweit über 10.000 Kindern irreparable Schäden.
  • 1976 ging der bis dato größte Chemieunfall Europas, bei dem Dioxin in hohem Maße freiwurde, als „Seveso-Unglück“ in die Geschichte ein.
  • 1977 wurden Herstellung und Vertrieb des bis dahin frei gebräuchlichen Insektizides DDT in Deutschland verboten, weil es sich in der Nahrungskette anreicherte.
  • 1986 verursachte die als „saubere Energie“ propagierte Kern-Energie durch den Reaktor-Unfall in Tschernobyl eine Katastrophe unglaublichen Ausmaßes, mit heute noch andauernden Spätfolgen.
  • 1991 wurde das als unbedenklich eingestufte Unkrautbekämpfungsmittel Atrazin verboten, weil es unser Trinkwasser gefährdet.

Gentechnik im Einsatz auf dem Acker ist unberechenbar und nicht beherrschbar. Derzeit überwiegen bei weitem die Gefahren den Nutzen im landwirtschaftlichen Einsatz. Es gibt bisher keine unabhängigen Untersuchungen und längerfristigen Erkenntnisse über die Auswirkungen bei Mensch, Tier und Umwelt.

Wir sind uns sicher:

Mit der „Grünen Gentechnik“ wird sich der Strukturwandel des „immer mehr und immer größer“ drastisch verstärken. Das lässt sich gut am Beispiel der Länder belegen, in denen ein hoher Anteil an gentechnisch veränderter-Pflanzen angebaut wird.

Die Abhängigkeit der landwirtschaftlichen Betriebe von der Chemie- und Saatzuchtindustrie wird drastisch zunehmen. Besonders in Kanada und den USA ist diese Problematik in den letzten Jahren deutlich in Erscheinung getreten. Über Lizenzgebühren werden die Landwirte mit Saatgut und den dazu gehörenden Pflanzenschutzmitteln an die Handvoll Konzerne gebunden, die den Markt weltweit beherrschen.

Zum Beispiel wurden tausende Kleinbauern in Indien, die den Versprechungen der Gen-Konzerne glaubten, wegen Anbau von genmanipulierter Baumwolle in ihrer Existenz vernichtet.

Eine dauerhafte Verringerung der Herbizidmenge wird nicht erzielt. Im Gegenteil, der Herbizideinsatz kann sich aufgrund der Resistenzen fast verdoppeln! Dies belegen Studien aus den USA.

Die genetische Vielfalt reduziert sich erheblich durch die Konzentration auf wenige Ertragssorten. Durch Monokultur, erhöhten Herbizideinsatz und insektenresistente Pflanzen werden unkalkulierbare Risiken für Mensch, Tier und Pflanze eingegangen, die nicht rückholbar sind. Mangelnde genetische Vielfalt kann gerade angesichts des Klimawandels verheerende Folgen für uns alle haben!

Das Welthungerproblem wird nicht einmal ansatzweise gelöst. Nach wie vor hungern immer noch weltweit mehr als 820 Millionen Menschen. Studien aus Brasilien belegen, dass dort der großflächige Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen die Hungerproblematik verschärft hat.

Die Umverteilung in der globalisierten Welt wird sich weiter verschärfen. Es wird Gewinner geben, aber noch viel mehr Verlierer.

„…was kann der Einzelne schon tun?“ Eine Menge!

Wir, die Direktvermarkter zwischen Watzmann und Waginger See, möchten dort ansetzen wo es uns möglich ist, nämlich bei unseren eigenen Betrieben. Deshalb haben alle unsere Mitglieder, ohne Ausnahme, unsere freiwillige Selbstverpflichtungserklärung zum Verzicht auf den Einsatz von gentechnisch veränderte Futtermittel unterschrieben.
Damit verpflichten wir uns, auf gentechnisch verändertes Saatgut zu verzichten und nur Futtermittel zuzukaufen, die ohne Gentechnik produziert worden sind.

Auch Sie als Verbraucher sind gefragt!

Indem Sie regionale Produkte bevorzugen und die Herkunft Ihrer Lebensmittel kritisch hinterfragen, können Sie einen großen Beitrag leisten, um die Qualität und Vielfalt unserer Lebensmittel zu erhalten und die heimische, kleinräumige Landwirtschaft in ihrer Existenz zu sichern!

IhrAlois Beer Unterschrift

Alois Beer, 1. Vorsitzender
für die Direktvermarkter zwischen Watzmann und Waginger See e. V.