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Rupertiwinkel (höf). Vier
Direktvermarkter aus dem Rupertiwinkel haben sich einer für Deutschland
ungewöhnlichen Initiative angeschlossen, die sich in Ländern wie Frankreich
und Italien schon längst zum Geheimtipp all derer entwickelt hat, die sich
dem sanften Tourismus verschrieben haben, die Land und Leute entdecken
wollen - und kulinarische Besonderheiten suchen.
1992 schufen
französische Winzer und Landwirte mit "France Passion" die Möglichkeit für "Reisemobilisten",
kostenlos und sicher eine Nacht auf dem Grund der Mitgliedsbetriebe zu
übernachten. Die Gäste sind weder auf Wasserversorgung und -entsorgung noch
auf Strom angewiesen, weisen sich per Mitgliedsausweis aus und revanchieren
sich für die Gastfreundschaft in nahezu allen Fällen mit dem Einkauf bei den
gastgebenden Direktvermarktern.
Die Initiative hatte einen
derart durchschlagenden Erfolg, dass es heute möglich ist, rund 350
landwirtschaftliche Betriebe in ganz Frankreich aufzusuchen und so die vor
Ort produzierten Spezialitäten kennen zu lernen. 2004 folgte "Fattore Amico"
in Italien dem französischen Beispiel und konnte innerhalb von nur fünf
Jahren rund 290 landwirtschaftliche Direktvermarkter vom Friaul bis Sizilien
zur Teilnahme an der Initiative gewinnen. Dabei ist "Fattore Amico" ein
italienisches Wortspiel, da "Fattore" sowohl "Faktor" bedeutet als auch
"Bauer". Durch den umwerfenden Erfolg der Initiative in Italien bestärkt,
trug sich der Vorsitzende Glauco Santagostino bereits Ende 2007 mit dem
Gedanken, die Initiative auf Österreich, Slowenien und Deutschland
auszudehnen.
Bei der Mailänder Campingmesse
im März 2008 bot sich schließlich die willkommene Gelegenheit, da zufällig
Werner Eckl, damals frisch gewählter Stadtrat in Laufen für Die
Linke/Alternative Liste, im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit als
freiberuflicher Übersetzer und Tourismus-Experte unter anderem auch den
Stand von "Fattore Amico" besuchte und von dem Angebot begeistert war.
Der Rest der Geschichte ist
rasch erzählt: Eckl wandte sich an Hartmut Heinrich, den ehemaligen Leiter
des Landwirtschaftsamtes Laufen-Traunstein, den er durch seine Aktivitäten
bei der Solidargemeinschaft Berchtesgadener Land und bei den
Direktvermarktern zwischen Watzmann und Waginger See für geradezu
prädestiniert hielt, beim Start von "Fattore Amico" im Rupertiwinkel Pate zu
stehen. Ein erstes Treffen hatte bereits im Sommer 2008 stattgefunden mit
dem Ergebnis: Der Hofladen Wittschek in Niederheining bei Laufen, die
Direktvermarktung Obermayer in Schifferleiten bei Fridolfing, die
Direktvermarktung Hofhammer in Teisendorf sowie der Hofladen vom "Schütz" in
Neukirchen nehmen teil und stehen heute unter "Bayern" als Anlaufstationen
für Reisemobilisten in dem frisch gedruckten, viersprachigen Reiseführer von
"Fattore Amico".
"Der Anfang ist gemacht" sagte
Werner Eckl bei der Präsentation. Er bedankte sich bei Hartmut Heinrich,
ohne den diese erste Beteiligung südostbayerischer Direktvermarkter nicht
möglich gewesen wäre, und bei den ersten vier Mitgliedsbetrieben für den
Mut, sich an der Initiative zu beteiligen. Die Teilnahme kostet nichts und
die Direktvermarkter könnten dabei nur gewinnen. "Wenn man bedenkt, dass
jährlich zehntausende italienischer Reisemobilisten Salzburg besuchen, ist
damit der erste Anreiz geschaffen, das Salzburger Umland als ideales
Basislager sichtbar zu machen", ist Eckl vom Erfolg überzeugt. Er wünscht
sich, die Initiative auch auf Waging und den angrenzenden Flachgau
auszudehnen. "Es ist sicher kein Zufall, dass sich bereits eine namhafte
deutsche Camping-Fachzeitschrift bereit erklärt hat, das Sponsoring für die
Initiative zu übernehmen", erklärte Eckl zum Start von "Fattore Amico" in
Bayern.
Einem allerdings entkommt
Werner Eckl nicht: Auf allgemeinen Wunsch wird er für die vier
Direktvermarkter Ende Mai einen Crash-Kurs in italienischer Sprache
anbieten, denn schließlich wollen die Gastgeber ihren Gästen bei
telefonischen Anfragen auch korrekte Auskunft darüber erteilen können, ob
noch Platz ist oder nicht.
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